Wer nur flüchtig auf das Training auf dem Eis schaut, könnte denken, dass hier Eishockey gespielt wird. Wer aber genau hinsieht, merkt: Irgendwas ist hier anders. Der Puck fehlt, die Tore sind viel größer – da stimmt doch etwas nicht. Und ganz richtig, beim Training auf dem Eis tragen zwar alle einen Schläger, Eishockey wird aber nicht gespielt – sondern Bandy.

A Mix aus Fussball und Eishockey

Haben Sie noch nie von gehört? Das geht wohl vielen so. Vereinfacht ausgedrückt ist Bandy ein Mix aus Fußball und Eishockey. Es wird elf gegen elf gespielt (wie im Fußball), dazu ist die Eisfläche so groß wie ein Fußballfeld. Zusätzlich sind die Tore viel größer, sie ähneln eher einem Handballtor. Zudem fehlt wie eingangs erwähnt der Puck, gespielt wird mit einem Ball. Letzter Unterschied: Statt wie im Eishockey 60 Minuten dauert eine Partie beim Bandy 90 Minuten.

Zwei junge Hessinnen in der Nationalmannschaft

Zwei junge Hessinnen haben den Sport direkt in ihr Herz geschlossen. Juli Dubbel und Eva Hermann aus Frankfurt kommen eigentlich klassisch aus dem Eishockey, sind bei den Löwen Frankfurt aktiv, spielen mittlerweile aber beides. Und das so gut, dass die beiden Teenagerinnen mittlerweile auch für die Bandy-Nationalmannschaft auflaufen. Dubbel im Tor, Hermann auf dem Feld. Beim Training in Mainz erklären sie, wie es dazu kam.

“Ich finde es cool, dass man so ein großes Eis hat und mehr laufen kann. Mit den mehr Spielern ist einfach mehr Bewegung, das ist sehr schön “, berichtet Hermann. Auf dem Feld sind die Wege as well weiter, man ist nicht so schnell vor dem Tor des Gegners. Torhüterinnen wie Dubbel haben im Fall der Fälle aber deutlich mehr zu verteidigen als beim normalen Eishockey. Der eigene Kasten ist deutlich größer.

Juli Dubbel (li.) und Eva Hermann auf dem Eis.

“Es macht mir riesigen Spaß”

Deswegen hat Keeperin Dubbel auch keinen Schläger in der Hand – sondern orangefarbene Schwämme an den Handschuhen, mit denen sie das Tor verteidigt. Schon eine ordentliche Umstellung für die 17-Jährige. “Beim Eishockey habe ich eine Stock- und eine Fanghand. Das ist ein großer Unterschied für mich als Torhüterin. Da bekomme ich immer mal wieder blaue Flecken”, berichtet Dubbel. “Es macht mir aber riesigen Spaß.”

Für die beiden Teenagerinnen ist Bandy aber nicht nur ein loser Zeitvertreib, beide sind mittlerweile sehr erfolgreich. Bereits 2025 nahmen sie mit der deutschen Nationalmannschaft an der WM teil, wurden dabei direkt Dritte. Eine Erfahrung, die Eindruck hinterlassen hat. “Das war schon ein besonderes Gefühl. Alles war gefühlt auf Profi-Level”, berichtet die Torhüterin.

WM-Ziel: ein Podestplatz

Im März diesen Jahres steht in Schweden schon die nächste WM für die Bandy-Frauen-Nationalmannschaft an. Und die beiden jungen Hessinnen haben sich für das Turnier einiges vorgenommen. “Erster oder Zweiter – eine Medaille ist auf jeden Fall drin”, sagt Dubbel forsch. Da kann die Weltmeisterschaft ja kommen.