AUDIO: Zverev kämpft sich gegen Muller in Runde drei (1 Min)
Tennis
Stand: 21.01.2026 14:27 Uhr
Tennisprofi Alexander Zverev hat bei den Australian Open die dritte Runde erreicht. Der Hamburger setzte sich gegen Alexandre Muller 6:3, 4:6, 6:3 und 6:4 insgesamt souverän durch. Doch eine Fuß-Verletzung bereitete ein bisschen Sorgen.
Wegen einer 37-minütigen Regenunterbrechung, so lange dauerte es, das Dach über der John Cain Arena zu schließen, musste Zverev Überstunden schieben. Gefangen hatte sich Deutschlands Nummer eins allerdings schon vor der unfreiwilligen Pause. Ein starker erster Satz, ein starker Leistungseinbruch im zweiten, eine deutliche Steigerung im dritten und eine souveräne Vorstellung im vierten entschieden das Match zugunsten des 28-jährigen Norddeutschen.
“Das war ein Match auf hohem Niveau. Ich bin extrem happy mit dem Spiel”, sagte Zverev, der Muller als “einen der fittesten Spieler auf der Tour” lobte.
Jetzt gegen Norrie
Der Vorjahresfinalist, der schon in der ersten Runde gegen den Kanadier Gabriel Diallo leichte Probleme gehabt hatte, ist damit in Fahrt gekommen. “Ich fühle mich gut – Hauptsache das Level bleibt da”, sagte Zverev, der in der dritten Runde auf den an Position 26 gesetzten Cameron Norrie trifft. Der Brite hat sich mit 3:1 gegen Emilio Nava aus den USA durchgesetzt.
Zverev geht von einer schwierigen Aufgabe aus: “Ich erwarte, dass es intensiv wird, aber ich muss mein Niveau durchziehen. Er ist ein super Spieler, kann ein sehr hohes Niveau spielen.”
Starker Auftritt im ersten Satz
Zverev hatte zu Beginn der Partie gegen Muller viel gehadert und gemeckert. Immer wieder wandte er sich verbal an seine Box, in der unter anderem sein Vater und sein Bruder saßen. Anders als gegen Diallo fing sich Zverev aber schnell. Den Breakball zum 0:2 wehrte er ab, holte sich zum 4:3 das Aufschlagspiel des Franzosen und nach 37 Minuten mit einem weiteren Break den ersten Satz.
Muller bringt Zverev aus der Ruhe
Als es wenig später im zweiten Abschnitt 3:0 stand, schien das Duell der Nummer drei der Welt gegen die 52 eine klare Sache zu werden. Doch Muller ließ sich immer etwas neues einfallen. Sowohl bei seinem Aufschlag, als auch bei seinen Schlägen. Flink auf den Beinen und im Kopf brachte der Franzose, der zwei Monate älter als sein Gegner ist, sehr viele Bälle zurück und beraubte Zverev mit guten Returns auch seiner großen Stärke – dem Aufschlag.
Muller pushte sich nun immer weiter, während Zverev immer mehr Fehler passierten. So wurde aus dem 3:0 im zweiten Satz schnell ein 5:3 für Muller. Zverev erspielte sich zwar noch einen Breakball zum 5:5 – verschlug diesen aber ins Netz. Und nach 1:24 Stunden stand es nach Sätzen 1:1. Viel zu viele leichte Fehler unterliefen dem Norddeutschen.
Starkes Comeback zur 2:1-Satzführung
Doch Zverev glückte die Wende, auch weil er seine Emotionen besser in den Griff bekam. Im dritten Satz holte er sich das Break zum 3:1. Und auch als Muller das Rebreak gelang, blieb Zverev ruhig. Das Ergebnis: Der Hamburger nahm seinem Gegner zum 4:2 prompt wieder den Aufschlag ab. Auch die Regenunterbrechung bremste Zverev nicht – die Pause tat ihm eher noch gut. Jetzt saß das Grundlinienspiel des Favoriten wieder, auch bei den Ausflügen zum Netz machte er einige Punkte und holte sich die 2:1-Satzführung.
Verletzung am linken Fuß: Zverev ruft Physio
Im vierten Satz, in dem Zverev wieder das frühe Break gelang, bereitete eine Verletzung des ohnehin getapten linken Fußes Sorgen. Beim Stand von 2:1 und 15:0 ließ Zverev bei eigenem Aufschlag Physiotherapeuten aufs Feld kommen. Er habe etwas an der Achillessehne gespürt und sich Sorgen gemacht, erklärte Zverev hinterher. Der Physio konnte ihm offenbar medizinisch nicht helfen – aber zumindest beruhigen.
Muller witterte noch mal Morgenluft, mobilisierte noch einmal Reserven. Zverev aber biss sich auch dank einer Schmerztablette durch und zog sein Spiel durch. Zverev blieb konstant an der Grundlinie und ließ den Franzosen nicht mehr ins Spiel kommen. Die ersten beiden Matchbälle bei Aufschlag des Gegners konnte der Favorit noch nicht nutzen. Nach 3:04 Stunden beendete Zverev mit einem Ass das Match.

